Verfahrensbeschreibungen

Krankenhilfe nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz beantragen

Sofern Hilfe zur Erziehung nach dem Achten Buch Sozialgesetzbuch geleistet wird, kann das Jugendamt für Kinder und Jugendliche Krankenhilfe leisten. Das gilt für diejenigen, die keinen vorrangigen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen oder einer privaten Krankenkasse haben. Die Krankenhilfe ersetzt somit einen fehlenden Krankenversicherungsschutz.

Hinweis: Das Jugendamt kann auch Beiträge für eine freiwillige Krankenversicherung übernehmen. Diese müssen jedoch angemessen sein.

Die Krankenhilfe deckt den im Einzelfall notwendigen Bedarf in voller Höhe. Sie müssen die üblichen Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen von gesetzlich Krankenversicherten im Rahmen Ihrer finanziellen Möglichkeiten leisten.

Zuständige Stelle

das örtliche Jugendamt

Jugendamt ist,

  • wenn Sie in einem Stadtkreis wohnen: die Stadtverwaltung
  • wenn Sie in einem Landkreis wohnen: das Landratsamt

Hinweis: Die Städte Konstanz und Villingen-Schwenningen nehmen die Aufgaben als örtlicher Träger der Jugendhilfe selbst wahr.

Voraussetzungen

Die Sorgeberechtigten oder der junge Mensch erhalten

  • eine Hilfe zur Erziehung oder
  • eine Eingliederungshilfe nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz.

Darunter fallen beispielsweise folgende Hilfen:

  • Vollzeitpflege
  • Heimerziehung oder sonstige betreute Wohnform
  • intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
  • Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche mit seelischen Behinderungen:
    • in Vollzeitpflege,
    • in Heimerziehung oder
    • in einer sonstigen betreuten Wohnform

Verfahrensablauf

Sie müssen keinen zusätzlichen Antrag auf Krankenhilfe stellen. Diese wird Ihnen in der Regel zusammen mit der anderen beantragten Jugendhilfeleistung zugesprochen.

Wenn Sie ich noch keine andere Hilfeleistung beantragt haben, haben Sie auch keinen Anspruch auf Krankenhilfe.

Erforderliche Unterlagen

Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Stelle.

Freigabevermerk

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Sozialministerium hat dessen ausführliche Fassung am 05.10.2017 freigegeben.