kig - Kelter am 6. Januar 2018 in große Schauspielbühne verwandelt

Künstler aus restlos ausverkauftem Haus mit „standing ovations“ verabschiedet

Mit überwältigendem Engagement in einem Wechselspiel zwischen schauspielerischer Klasse und virtuosem Gesang zeichnete Asita Djavadi, begleitet vom Pianist Jan Röck ein mitreißendes Bild der großen französischen „Chanteuse“ Edith Piaf. Rührselige Schilderungen der vielen Schicksalsschläge und der ausschweifenden amourösen Abenteuer der großen Künstlerin wechselten mit mal einfühlsamer, mal stimmgewaltiger Interpretation der unvergessenen Chansons. Bei ihren glamourösen Ausflügen ins Publikum machte Asita Djavadi mit knitzen Einlagen immer wieder deutlich, dass sie auch eine handfeste Schwäbin ist. Dennoch hatten die Zuschauer ein Feeling, als ob der „Spatz von Paris“ persönlich auf der Bühne stünde und die Kelter nach Paris versetzt wurde.

Der Pianist Jan Röck unterlegte die Erzählungen aus dem Leben der Piaf  äußerst gefühlvoll mit passenden Evergreens auch von den männlichen Chansongrößen wie Charles Aznavour, Georges Moustaki oder Yves Montand, die von Piaf gefördert zu Weltstars wurden. Leise und behutsam stimmte Asita Djavadi in typische Piaf Titel wie „L`acordeoniste“, „Milord“ oder „La vie en rose“ ein, um entweder abrupt abzubrechen oder aber ihrer Stimmgewalt freien Lauf zu lassen. Mit einer zu Tränen rührenden Version von „Mon Dieu“ ging es in die Pause.

Der zweite Konzertteil schilderte den gesundheitlichen Niedergang und das Ende der Karriere. Immer wieder kamen die brennende Leidenschaft und der von der Musik getragene unbändige Lebenswille der Piaf zum Ausdruck. Bei Titeln wie „Hymne a l amour“ und „Padam“ wurde allerdings die Melancholie deutlich. Einen Glanzpunkt zum Abschluss setzte Asita Djavadi mit „Non, je ne regrette rien“. Nachdem sie am Ende laut schallend die Tür hinter sich zuschlug, riss es die Zuschauer förmlich von den Stühlen. Nach minutenlangen „standing ovations“ kehrte sie für eine Zugabe auf die Bühne zurück. Bei der verjazzten Variante von „Non, je ne regrette rien“ zeigte sie noch einmal ihren gewaltigen Stimmumfang und ihre künstlerische Extraklasse.

Ein beeindruckendes Konzert- und Schauspiel-Highlight zu Beginn des Jahres, dem viele Musikliebhaber aus Gemmrigheim und Umgebung gefolgt waren, ging viel zu schnell vorbei.

(Erstellt am 09. Januar 2018)