Erster Neujahrsempfang der Gemeinde Gemmrigheim 2020

(Fotos: Birger Romler)

„Unser traditionelles Christbaumsingen am Silvesterabend liegt noch gar nicht lange zurück, stellte Bürgermeister Dr. Jörg Frauhammer bei seiner Begrüßung zum ersten Gemmrigheimer Neujahrsempfang am 19. Januar fest.

„Und was liegt in einer Gemeinde, die nach Meinung vieler ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal darin hat, das „alte Jahr“ gemeinsam zu verabschieden, näher, auch das „neue Jahr“ gemeinsam zu begrüßen?“. So sahen es auch die Gemmrigheimer Bürgerinnen und Bürger und waren zahlreich der Einladung in die Festhalle gefolgt.

Plan der Gemeindeverwaltung sei es, so Frauhammer, alle Bürgerinnen und Bürger heute und in Zukunft weit mehr als in der Vergangenheit am gemeinsamen Gemmrigheim teilhaben zu lassen. Alles, was in der Verwaltung, im Gemeinderat und in der Gemeinde geschieht, sehr viel mehr in die Bürgerschaft einzubetten und aus ihr heraus zu entwickeln.Andernorts sei es Brauch, einen Hauptredner für den Neujahrsempfang einzuladen führt der Bürgermeister weiter aus. Den braucht es in Gemmrigheim aber nicht. Diesem Thema stellen sich die Gemmrigheimer vor Ort selbst.So war die Idee des „Vereins des Jahres“ geboren. Den örtlichen Vereinen und Organisationen, für die das jeweils neue Jahr etwas ganz Besonderes ist, soll Gelegenheit geben, sich und ihre Arbeit vorzustellen. „Das so erlangte Podium darf dann gerne auch zu Werbezwecken genutzt werden“, so Bürgermeister Frauhammer augenzwinkernd. Den Anfang macht der Förderverein „Miteinander“ der evangelischen Kirche, der in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen feiert. Der Vereinsvorsitzende Edmund Schäfer und Pfarrer Christof Fröschle stellten die Historische und die wichtigen Aufgaben des Vereins vor. Dazu zählen die Organisation der Kinderbibelwoche nach Ostern und der Sommerfreizeit „Räuberz“ am Ende der Sommerferien.Politisch wurde es beim Neujahrsempfang als Bürgermeister Frauhammer auf den geplanten Kreisverkehr Richtung Kirchheim hinwies. „Wenn ich an den Szenenapplaus denke, den ich beim Christbaumsingen bekam, als ich erzählt hatte, dass wir wohl auf einem guten Weg zu einem Kreisverkehr an der nördlichen Ortsausfahrt sind, würde ich diesen Punkt gerne schon heute ganz prominent ins Jahresprogramm integrieren“. Doch zuerst müsse das Landratsamt seine Planungen vorantreiben, dann müsse man noch den Brückenbau in Besigheim abwarten. Erst danach könne mit dem Bau begonnen werden. Das könnte dann schon 2022 so weit sein. „So nah dran an unserer Wunschlösung waren wir noch nie“, so der Gemmrigheimer Schultes.2020 werde aus verkehrstechnischer Sicht für Gemmrigheim dennoch ein aufregendes Jahr. Die Folgen des genannten Brückenumbaus in Besigheim werden sicher im Ort sehr stark zu spüren sein, da ist sich Frauhammer sicher.Für den ruhenden Verkehr möchte die Gemeinde ein Parkraumkonzept entwickeln. Die Parkplatzsituation habe in vielen Teilen Gemmrigheims großes Entwicklungspotential, weiß Bürgermeister Frauhammer zu berichten. „Da wollen wir ran. Erste Gespräche mit entsprechenden Büros haben stattgefunden. Die Diskussion im Gemeinderat ist in Vorbereitung“. Frauhammer zählt dabei auch auf die Unterstützung aus der Bürgerschaft. „Denn häufig schreit der am lautesten über einen Mangel an Parkplätzen, in dessen Haushalt die meisten Autos vorhanden sind. Und wen wundert es, dass in einer Garage oder auf dem Tiefgaragenplatz, in dem Schränke stehen oder alte Matratzen gelagert werden, kein Auto mehr Platz hat. Hier immer nur nach der Gemeinde zu rufen, ist auch eine Möglichkeit, aber längst nicht die einzige“.

Ein weiterer Schwerpunkt im Straßenbau im neuen Jahr gründet auf die Tatsache, dass Gemmrigheim mit Glasfaser verkabelt werden soll. Gemmrigheim ist dabei eine der ersten Gemeinden in der ganzen Region, die in den Genuss kommt, an das Glasfasernetz angeschlossen zu werden. Das ist für Frauhammer ein wichtiger Schritt der Zukunftssicherung in Gemmrigheim. Am 30. Januar und 18. Februar finden in der Festhalle Informationsveranstaltungen zu diesem Thema statt. Der Registrierungszeitraum für einen Anschluss beginnt Anfang Februar und endet im Mai. „Je früher wir in Gemmrigheim die Teilnehmerquote erreichen, desto früher startet der Ausbau und desto früher ist dieser auch wieder vorbei und die Digitalisierung kann in Gemmrigheim Einzug halten“, ist sich Bürgermeister Frauhammer sicher.

Seit einigen Wochen sind die Akteure in der Gemeindeverwaltung dabei, das zarte Pflänzchen rund um den Tourismus in Gemmrigheim zu entwickeln. So arbeite man zusammen mit dem Schwäbischen Albverein an einem Steillagenwanderweg hoch über dem Neckar. Am 29. März können dann die Gemmrigheimer beim „Bürgermeisterwandern“ mit ihrem Bürgermeister „auf Tour“ gehen, was sicherlich speziell auch für Neubürger ganz interessant sein kann. „Überhaupt haben wir uns Tourismusaktivitäten auch vor dem Hintergrund geöffnet, dass alle die Aktionen, die für Gäste interessant sind, auch ein Anziehungspunkt für unser Mitbürgerinnen und Mitbürger sein können“, so Bürgermeister Frauhammer.Viele Aufgaben für eine Gemeindeverwaltung, das weiß der Rathauschef selbst und zählt dabei auf das Engagement, die Begeisterung, Rückendeckung, Wissen aber und besonders auch auf die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger. „Mit Ihrer Unterstützung und auf Ihre Initiative können wir vieles bewältigen, was wir allein nicht schaffen“, richtet sich Frauhammer an die Anwesenden. „Es existieren unzählige Mosaiksteinchen, um sich einzubringen. Diese Steinchen gibt es schon oder müssen manchmal auch erst erfunden und entdeckt werden – ganz im Sinne unseres Mottos „Mein Gemmrigheim“.

Als weiteren wichtigen Programmpunkt konnte Bürgermeister Frauhammer verdiente Blutspender ehren. „Wir haben es dabei mit „stillen Helden“ zu tun, die sich viele Male ohne Ansehen der Person in den Dienst des oder der Nächsten gestellt haben und mit ihrer Bereitschaft zu Spenden zu vielfachen Lebensrettern geworden sind“, würdigte Bürgermeister Frauhammer. Geehrt werden konnten Jasmin Hilkert (zehn Spenden), Tobias Streicher (25 Spenden), Sabine Appich (50 Spenden), Sandra Veigel (50 Spenden), Andreas Hellger (75 Spenden) und Gerhard Metzger für sage und schreibe 150 Blutspenden.Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Klarinettenensemble der Musikschule Besigheim unter Leitung von Jörg Weiß. Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten in bekannt guter Manier die Gemmrigheimer Landfrauen.

(Erstellt am 31. Januar 2020)