Steillagengemeinde Gemmrigheim

Reisende kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn sie an Neckar und Enz in die Schleifen einbiegen, wo Terrassenmauern an Steilhängen in den Himmel wachsen. Immer mehr wird sich die Region bewusst, welche Kostbarkeit man da besitzt - ein ganz besonderer Schatz der Weinkultur: Weinhänge mit einer Steigung von mindestens 45 Grad. Viele davon sind zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert entstanden, da das kostbare Ackerland für den Weinanbau verboten war. Heute stellen die Hänge eine einzigartige Kulisse dar. Die oftmals nur von Hand kultivierbaren Hanglagen verlangen den Winzern und Wengertern einiges ab. Auch bei der Lese ist Handarbeit angesagt. Welche Mühen diese Bewirtschaftungsweise mit sich bringt, weiß nur, wer einmal an einem Sommertag im Hang geschuftet hat. 1.200 Stunden Schwerstarbeit pro Hektar muss ein Weinbaubetrieb im Jahr aufwenden; der Flachlagenwinzer, dem kraftsparende Maschinen zur Verfügung stehen, braucht gerade einmal 300-400. Den Unterschied kann man schmecken: Steillagenweine sind mineralische Natur- Kunstwerke! Wer hier Wein anbaut, der macht es mit Leidenschaft, viel Herzblut und einem tief verankerten Bewusstsein für Tradition. Schon seit vielen Jahren pflegt die Felsengartenkellerei Besigheim den Weinbau in Steillagen. Früher als in vielen anderen Betrieben wurde dabei erkannt, welch hohes Qualitätspotential in den dort geernteten Trauben steckt. Das einzigartige Mikroklima der Steillagen fördert die Qualität des Leseguts überdurchschnittlich. Ideale Muschelkalkböden, wärmespeichernde Felsen und Trockenmauern sowie der optimale Einfall des Sonnenlichtes in die steilen Hänge, das zudem von den Flüssen reflektiert wird, machen die Steillagenweinberge so wertvoll.