Friedhof Gemmrigheim

Ein Friedhof ist für alle, die einen geliebten Menschen verloren haben, ein Ort des Abschieds, ein Ort der Erinnerung, ein Ort des Trostes und der Hoffnung bzw. ein Ort des Versprechens auf ein Wiedersehen.

Der Gemmrigheimer Friedhof an der Johanneskirche ist ein grünes Kleinod inmitten der ihn umgebenden Wohnbebauung. Er wurde 1993 in Eigenregie des Bauhofes erweitert und in diesem Zuge umgestaltet. Der damalige Bauhofleiter Heinz Schweiker hatte dabei wohl vor allem an die Worte des griechischen Philosophen Thalis gedacht „Alles Leben entsteht im Wasser und alles Leben wird wieder zu Wasser, wenn es in Auflösung ist“.

Ein unterirdisches Bassin sammelt Regenwasser von der angrenzenden Zehntscheuer am Kelterplatz und leitet dieses mittels einer Pumpe in einen schönen Bachlauf, der den oberen mit dem unteren Teil des Friedhofes verbindet. Er ist mittlerweile zum Lebensraum für zahlreiche Insekten und Kleinlebewesen geworden.

Der Gemmrigheimer Friedhof spielt eine wichtige Rolle als Oase der Ruhe und Erholung. Er wird für Spaziergänge genutzt, ist Ort für Gespräche, Begegnungen und zum Innehalten.

Die Aussegnungshalle befindet sich direkt hinter der Johanneskirche. Sie erreichen sie am besten über den Haupteingang unterhalb des Kelterplatzes. Auch von den Parkplätzen im hinteren Bereich der Grabenstraße gelangen Sie zum Friedhof.

Parkplätze

Kostenlose Parkplätze für Friedhofsbesucher befinden sich:

  • an der Grabenstraße (oberhalb des Friedhofes sowie oberhalb des Trigonoplatzes),
  • auf dem Kelterplatz (Hofgasse),
  • vor dem Bürgerhaus (Gemeindebücherei, von der Hofgasse kommend),
  • unterhalb der Johanneskirche bzw. gegenüber dem unteren Eingang zum Bürgerhaus.

Grabstätten

Auf dem Friedhof werden folgende Arten von Grabstätten zur Verfügung gestellt:

  • Reihengräber und Urnenreihengräber,
  • Wahlgräber und Urnenwahlgräber,
  • Stelenanlage sowie Triade für Urne,
  • Urnengemeinschaftsanlage am Friedbaum.

Ruhezeit

Die Ruhezeit von Verstorbenen und Aschen beträgt 20 Jahre. Bei Kindern, die vor Vollendung des zehnten Lebensjahres gestorben sind, sowie bei Totgeburten, Fehlgeburten und Ungeborenen beträgt die Ruhezeit zehn Jahre.

Neue Friedhofsordnung zum 01.02.2022

Der Gemeinderat hat am 24. Januar 2022 eine neue Friedhofssatzung beschlossen. Die Gemeindeverwaltung hat bereits Ende 2019 damit begonnen, die Friedhofssatzung der Gemeinde Gemmrigheim zu überarbeiten. Diese wurde letztmals am 20.09.2017 überarbeitet und neu gefasst. In der täglichen Praxis und im Umgang mit der Friedhofssatzung hat sich gezeigt, dass einzelne Punkte nicht vollständig bzw. praxisfremd geregelt waren.

Die wichtigsten Neuerungen/Änderungen sind:

  • Nunmehr kann auf dem Friedhof auch bestattet werden, wer früher in der Gemeinde Gemmrigheim gewohnt hat und seine Wohnung hier nur wegen der Aufnahme in ein auswärtiges Altenheim usw. oder wegen Verlegung des Wohnsitzes zu auswärts wohnenden Angehörigen. Auf dem Friedhof kann nunmehr ferner bestattet werden, wer vor seinem Wegzug seinen Hauptwohnsitz in Gemmrigheim hatte. Bisher war dies nur über Ausnahmen möglich.
  • Die Ruhezeit bei Kindern, die vor Vollendung des zehnten Lebensjahres gestorben sind, sowie bei Totgeburten, Fehlgeburten und Ungeborenen wurde neu geregelt. Die neue Unterscheidung wirkt sich auch auf die Regelungen für die Dauer des Nutzungsrechts eines Wahlgrabes aus. Bei Kindern, die vor Vollendung des zehnten Lebensjahres gestorben sind, sowie bei Totgeburten, Fehlgeburten und Ungeborenen beträgt die Ruhezeit nunmehr zehn Jahre. Nutzungsrechte an Wahlgräbern können hierbei in 10-Jahres-Abschnitten verlängert werden.
  • Die Gemeinde plant die Errichtung einer Gemeinschaftsgrabanlage für die Beisetzung von so genannten Sternenkindern. Diese Gemeinschaftsgrabanlage hat eine einheitliche Gestaltung, Grabstätten werden auf Antrag für die Dauer der Ruhezeit der Reihe nach vergeben. Die Bepflanzung und Pflegemaßnahmen erfolgen ausschließlich durch die Gemeinde, ähnlich wie heute schon beim Friedbaum.

Zwischenzeitlich wurden die Gebühren für Bestattung, Grabnutzung sowie für die  Nutzung der Aussegnungs- und Leichenhalle neu kalkuliert und sind in die neue Bestattungsgebührensatzung eingeflossen.

Die Kalkulation hat ergeben, dass die Gemeinde Gemmrigheim in jedem Jahr bisher ca. 70.000 € an Verlust aus dem Friedhofswesen aus allgemeinen Haushaltsmitteln auszugleichen hatte. Der Kostendeckungsgrad lag bei nur etwa 36 %. Aus diesem Grund waren die Gebühren entsprechend anzupassen und habe sich in Teilen erhöht.

Den vollständigen Wortlaut der Friedhofssatzung sowie das neue Gebührenverzeichnis (PDF) (218,6 KB) haben wir im Amtsblatt veröffentlicht. Sie finden beides auch hier auf unserer Internetseite unter Ortsrecht.

Kontakt

Sollten Sie Fragen haben wenden Sie sich bitte an Frau Kanzler von der Friedhofsverwaltung in Z.14 des Rathauses unter Tel. 07143 97214 oder per E-Mail an c.kanzler@gemmrigheim.de.

Eine Besonderheit

Albert Bezner, der Gründer der Papierfabrik, wurde am 14.06.1834 geboren. Er starb am 03.02.1874 bei einem Unglück in der Papierfabrik. Ein neu erworbener Kugelkocher explodierte bei der ersten Inbetriebnahme. Dabei kamen Albert Bezner und sein ebenfalls anwesender Ingenieur ums Leben. Albert Bezner hinterließ seine Frau und 10 Kinder.

Die Papierfabrik hat die Geschichte Gemmrigheims von Beginn bis heute bestimmt. Daher wird das Grab von Albert Bezner bis heute von der Gemeinde gepflegt.

Nach dem Tod von Albert Bezner trat sein Schwager Johann Gottlob Raitelhuber, Kolonialwarengroßhändler aus Duisburg, in die Firma ein.

Die Grabflächen der Familie Raitelhuber sind eine Besonderheit auf dem Gemmrigheimer Friedhof. Während sich die gesamte Friedhofsfläche – wie landauf, landab üblich, im Eigentum der Gemeinde befindet, ist eine Teilfläche davon ausgenommen (s. Foto unten). Sie gehört der Familie Raitelhuber, ist aber dennoch als Friedhofsfläche gewidmet.

Die Raitelhubers waren eifrige Spender. Auf ihre Wohltätigkeit gingen die ersten Grabungen der römischen Villa im Bonholz zurück. Weiter spendeten sie der Gemeinde den Kindergarten Forststraße und der Kirche die frühere Orgel in der Johanneskirche und auch die Kirchenfenster. Die Spender sind als Schrift am unteren Rand der Fenster eingearbeitet.