Steillagengemeinde Gemmrigheim

Neckar und die Steillagenweinberge ragen in den Himmel

Reisende kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn sie an Neckar und Enz in die Schleifen einbiegen, wo Terrassenmauern an Steilhängen in den Himmel wachsen. Immer mehr wird sich die Region bewusst, welche Kostbarkeit man da besitzt - ein ganz besonderer Schatz der Weinkultur: Weinhänge mit einer Steigung von mindestens 45 Grad. Viele davon sind zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert entstanden, da das kostbare Ackerland für den Weinanbau verboten war. Heute stellen die Hänge eine einzigartige Kulisse dar. Die oftmals nur von Hand kultivierbaren Hanglagen verlangen den Winzern und Wengertern einiges ab. Auch bei der Lese ist Handarbeit angesagt. Welche Mühen diese Bewirtschaftungsweise mit sich bringt, weiß nur, wer einmal an einem Sommertag im Hang geschuftet hat. 1.200 Stunden Schwerstarbeit pro Hektar muss ein Weinbaubetrieb im Jahr aufwenden; der Flachlagenwinzer, dem kraftsparende Maschinen zur Verfügung stehen, braucht gerade einmal 300-400. Den Unterschied kann man schmecken: Steillagenweine sind mineralische Natur- Kunstwerke! Wer hier Wein anbaut, der macht es mit Leidenschaft, viel Herzblut und einem tief verankerten Bewusstsein für Tradition. Schon seit vielen Jahren pflegt die Felsengartenkellerei Besigheim den Weinbau in Steillagen. Früher als in vielen anderen Betrieben wurde dabei erkannt, welch hohes Qualitätspotential in den dort geernteten Trauben steckt. Das einzigartige Mikroklima der Steillagen fördert die Qualität des Leseguts überdurchschnittlich. Ideale Muschelkalkböden, wärmespeichernde Felsen und Trockenmauern sowie der optimale Einfall des Sonnenlichtes in die steilen Hänge, das zudem von den Flüssen reflektiert wird, machen die Steillagenweinberge so wertvoll.

Lesebekanntmachungen 2022

Am 24. August hat die Weinlese 2022 bei der Felsengartenkellerei Besigheim begonnen. Wir veröffentlichen hier in den kommenden Wochen die Lesebekanntmachungen der Felsengartenkellerei:

Gemmrigheimer Weinsommer

Im vergangenen Jahr waren die einzelnen Veranstaltungen des „Gemmrigheimer Weinsommers“ ein voller Erfolg. Der Treff mit leckeren Weinen in den herrlichen Gemmrigheimer Weinbergen, insbesondere in den Steillagen, hat allen Besucherinnen und Besuchern und auch den Veranstaltern selbst sehr viel Freude bereitet.

Der Ausschankwagen der Felsengartenkellerei ging auch in diesem Sommer wieder in Gemmrigheim auf Reisen und konnte in den Steillagen, an der Festhalle und an weiteren Plätzen besucht werden.

Sobald die Termine des Gemmrigheimer Weinsommers 2023 feststehen, erfahren Sie Datum, Ort und Programm im Amtsblatt, auf der Internetseite der Gemeinde, aber auch bei den Veranstaltern direkt.

Wenn Sie selbst Teil des Gemmrigheimer Weinsommers 2023 sein möchten melden Sie sich bitte bei Frau Petters auf dem Rathaus (Tel. 97221 oder per E-Mail an b.petters@gemmrigheim.de). Sie steht Ihnen auch gerne für Rückfragen zur Verfügung.

Gemmrigheimer Weinsichten

An der Gemmrigheimer Steillagenrunde stehen einige der Gemmrigheimer Weinsichten. Diese sind 2021 durch die Gemeinde Gemmrigheim als Projekt errichtet worden. Dieses Projekt wurde durch den Verein Regionalentwicklung Neckarschleifen e.V. begleitet und durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Baden-Württemberg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes gefördert. Bei der Gemeinde Gemmrigheim haben sich insbesondere der Bauhof bei der Errichtung und Hauptamtsleiterin Petters als Ideengeberin und Projektleiterin verdient gemacht.

Die Gemmrigheimer Weinsichten sind Ruhebänke in den Steillagen, die Wanderer, Spaziergänger, Ausflügler und Freunde der Steillagen zum Verweilen einladen sollen. Zusammen mit farbenfrohen Holzpfählen im Weinsommer-Design und mit Büschen und Bäumen, die später Schatten spenden, werden die Gemmrigheimer Weinsichten zu einladenden Rast- und Ruhestätten, aber auch ein Treffpunkt für Jung und Alt, Einheimische und Besucher. Die Holzpfähle wurden im Rahmen des Kinderferienprogramms der Gemeinde zusammen mit der Gemmrigheimer Künstlerin Claudia Schuh in den Sommer- und Weihnachtsferien bemalt und gestaltet.

Die genauen Plätze der Gemmrigheimer Weinsichten haben die Gemmrigheimerinnen und Gemmrigheimer ausgesucht. In einer Umfrage haben wir sie gefragt, wo denn ihr Lieblingsplätzchen in den Steillagen ist. Dort finden Sie nun unsere Gemmrigheimer Weinsichten:

Wir haben Ihnen hinter jeder der Werinsichten die Geodaten sowie den Link zu Google-Maps hinterlegt. Damit können Sie ganz leicht Ihr Lieblingsplätzchen in den Gemmrigheimer Steillagen finden.

Ketterschenweg

„Zur Förderung des Weinbaus in den steilen Terrassenlagen und zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft am Neckar wurde im Frühjahr 1986 mit dem Ausbau des Mittleren Weges in den Ketterschen begonnen. Dieses schwierige, kostspielige und nicht unumstrittene Jahrhundertprojekt konnte nach sechsjähriger Bauzeit im Jahr 1992 für die Wengerter und Spaziergänger freigegeben werden.“ Mit diesen Worten und als eher unscheinbare Randnotiz beschreibt das Heimatbuch der Gemeinde Gemmrigheim das Bauvorhaben „Ketterschenweg“.

Sehr teuer war er, der Wirtschaftsweg durch Gemmrigheims prominenteste Steillagen und so hat er umgangssprachlich den Namen „Millionenweg“ bekommen. Unter diesem Namen ist er heute noch bei vielen Gemmrigheimern bekannt. Es geht das Gerücht um, der Millionenweg sei damals der teuerste Feldweg Deutschlands gewesen. Die Verantwortlichen hatten allerdings hehre Absichten für den Bau und so heißt es im Heimatbuch weiter „Gut ausgebaute Weinbergwege in Verbindung mit Einschienenbahnen zum Transport von Mist, Steinen und Trauben erleichtern dem Winzer die schwere Arbeit in den wertvollen Terrassenlagen. Sie wirken ihrem weiteren Verfall entgegen.“

Heute ist der Ketterschenweg nicht mehr vom Landschaftsbild wegzudenken. Er schlängelt sich auf halber Höhe zwischen Neckar und dem Hochplateau an den Weinbergkanten entlang.

Gemmrigheimer Steillagenrunde

Die Gemmrigheimer Steillagenrunde ist mir ihren ca. 6,4 km ein attraktiver Wanderweg und führt durch beeindruckende Weinterrassen und herrliche Obstwiesen rund um Gemmrigheim. So lässt sich quasi im „Vorbeigehen“ die alte Kulturlandschaft am Neckar mit ihren steilen Weinterrassen, den Streuobstwiesen und den alten Ortskern auf diesem abwechslungsreichen Rundwanderweg kennenlernen.

ILEK Neckarschleifen

Die Kommunen Lauffen a.N., Kirchheim a.N., Bönnigheim, Walheim, Gemmrigheim, Hessigheim, Mundelsheim, Ingersheim, Freiberg a.N. und Benningen a.N. haben im Zeitraum 2015 – 2017 für ihre Region an den „Neckarschleifen“ ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) erarbeitet.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Sonderseite zum ILEK Neckarschleifen.

Verein Regionalentwicklung Neckarschleifen e.V.

Die Kommunen Benningen am Neckar, Besigheim, Bönnigheim, Freiberg am Neckar, Gemmrigheim, Hessigheim, Ingersheim, Kirchheim am Neckar, Lauffen am Neckar, Mundelsheim, Walheim und der Landkreis Ludwigsburg haben sich zusammengeschlossen und verfolgen ein gemeinsames Ziel: den Erhalt der Steillagen entlang des mittleren Neckars.

Vorstand

Vorsitzender des Vereins ist Gemmrigheims Bürgermeister Dr. Frauhammer. Seine Stellvertreter sind Landrat Dietmar Allgaier und Uwe Seibold, der Bürgermeister der Gemeinde Kirchheim am Neckar.

Als Beisitzer fungieren
Christina Lennhof, Geschäftsführerin Land der 1000 Hügel Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V., als Verteterin für den Tourismus,
Gerhard Müller, Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. -Arbeitskreis Ludwigsburg, als Vertreter für den Naturschutz sowie
Dietrich Rembold, Vorstand der Lauffener Weingärtner eG, als Vertreter für den Weinbau.

Beirat

Der Beirat besteht aus 18 Mitgliedern. Die Beiratsmitglieder wurden von den Mitgliedskommunen vorgeschlagen und für die Dauer von drei Jahren gewählt. Die Vertreter kommen aus den Interessensgruppen Naturschutz, Tourismus, Verwaltung und Weinbau. Der Beirat ist das Entscheidungsgremium, welches über die Auswahl der zu fördernden Projekte beschließt.

Ziele des Vereins

Die Ziele des Vereins sind die aktive Förderung und Sicherung des Steillagenweinbaus und der Weinkulturlandschaft als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum.

Insbesondere geht es darum,

  • die Bevölkerung für das herausragende Kulturerbe des Steillagenweinbaus zu sensibilisieren,
  • die Rahmenbedingungen für den Terrassenweinbau zu verbessern und diesen zu erhalten,
  • die Freiräume der attraktiven Kulturlandschaft für Naturschutz-, Erholung und Tourismus weiterzuentwickeln und zu nutzen und
  • Anreize für neue Wertschöpfungsketten und Erhaltung von Arbeitsplätzen zu bieten.

Der Verein sucht Kleinprojekte in den Mitgliedskommunen aus, die diese Ziele unterstützen und fördert diese. 

Geförderte Projekte in Gemmrigheim

Die Gemeinde Gemmrigheim hat bereits drei Projekte zur Förderung eingereicht:

  • Mein Gemmrigheimer Weinberg (aufgrund der sanierungsbedürftigen Trockenmauern wurde der Antrag auf Förderung 2020 zurückgenommen. Das Projekt liegt aktuell auf Eis).
  • Gemmrigheimer Weinsichten (2021 erfolgreich umgesetzt)
  • Gemmrigheimer Natur-Kraft-Weg (2022 erfolgreich umgesetzt)