Kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Fahrplan für Städte und Gemeinden, um ihre Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen und zu dekarbonisieren, die Effizienz zu steigern und so Klimaneutralität zu erreichen. Sie identifiziert lokale Potenziale für eine dezentrale Wärmeerzeugung, dient als Orientierung für die Kommune, besonders aber auch für die Bürger und Unternehmen. Ziel ist eine bezahlbare, sichere und klimafreundliche Wärmeversorgung durch die Kombination von Sanierung, neuen Heiztechnologien und dem Ausbau von Wärmenetzen.
Gemmrigheim hat sich im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung nach den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) und des KlimaG BW im sog. „Konvoi“ mit den Gemeinden Walheim, Hessigheim und Mundelsheim aufgemacht, die gesetzlich geforderten Ziele zu erreichen.
Bestands- und Potenzialanalyse
Zum 15. Januar 2025 wurde die Bestands- und Potenzialanalyse (PDF) (5,4 MB) fertiggestellt, die hier mit der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.
In weiteren Prozessschritten in den nächsten Wochen und Monaten werden die Ergebnisse verfeinert und konkretisiert. Den Abschluss der Untersuchungen bildet die Verabschiedung im Gemeinderat Ende des zweiten Quartals 2026.
Eignungsprüfung in Gemmrigheim
Die kommunale Wärmeplanung beinhaltet auch eine Eignungsprüfung nach §14 WPG durch die Gemeinde (als planungsverantwortliche Stelle). Im Rahmen der Eignungsprüfung können Teilgebiete in den Gemeinden identifiziert werden, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für eine Versorgung durch ein Wärmenetz oder ein Wasserstoffnetz eignen. Für diese Teilgebiete wäre dann eine „verkürzte Wärmeplanung“ ohne vollumfassende Datenerhebung möglich. Dieser Analyseschritt erfolgt in einem sehr frühen Stadium ohne eine gesonderte Datenerhebung.
Für alle Teilgebiete der Gemeinde Gemmrigheim wird eine normale Wärmeplanung durchgeführt. Die Bestands- und Potenzialanalyse erfolgt in vollem Umfang über alle Teilgebiete, um eine bestmögliche Daten- und damit Ausgangslage für die Entwicklung des Zielszenarios herzustellen. Dies dient auch der Transparenz und der Gleichbehandlung aller Teilgebiete auf der Gemarkung der Gemeinde Gemmrigheim.
Begründung:
- Die Versorgung durch Wasserstoff ist laut wissenschaftlicher Studienlage, insbesondere des Sachverständigenrats für Umweltfragen und weiterer Expertenempfehlungen (z.B. KEA-BW) mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht wirtschaftlich. Eine abschließende Bewertung wird im Rahmen einer ausführlichen Wärmeplanung vorgenommen (auch im direkten Vergleich mit anderen Versorgungsvarianten)
- Die Eignung von Wärmenetzen ist großflächig gegeben, da durch den Neckar ein "Anhaltspunkt für nutzbare Potenziale für Wärme aus erneuerbaren Energien" vorliegt (vgl. §14 Abs. 2 Nr. 1)
- Teilgebiete, die sich künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht für eine Versorgung durch ein Wärmenetz eignen, sind in der Karte dargestellt.

